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Der Ruf der Kraniche
 

Info-schrift über den Zug der Kraniche in der Champagne-Ardenne
 
2002/2003

Das Anfangen


Zeichnen : P. Déom
(La Hulotte N°57)

Frühjahrszug 2003

Die ersten Rückzügler werden am 2o. Januar in Chalons-en-Champagne (51) festgestellt, ein klassisches Datum. Eine Kette wur­de ebenso am 28. bei Dormans (51) gemeldet. Die ersten Abflüge aus dem Der werden ab dem 22. Januar beobachtet, ebenfalls zu einem üblichen Datum. In der Tat sinken die Zahlen in den Seen schnell (besonders die im Lac du Der), ohne dass man tatsächlich weiß, wo die Vögel gezogen sind, da nur wenige Kraniche in Deutschland gemeldet wurden. Im Lac du Temple sind trotzdem nur noch 181 Kraniche am 24. Januar, aber 242 am 31. und im Lac du Der zählt man derer am 26. mindestens 5.000 und nur 3.680 am

9. Februar! Ab diesem letztgenannten Tag erhöht sich der Zug ein wenig, aber die Spitze bleibt recht schwach, hindert doch ein Kälteeinbruch mit starkem Nord-Ost-Wind die Vögel beachtlich an einem Platzwechsel. Die Zahlen im Lac du Der steigen trotzdem ein wenig an: 4.652 am 13. (ONCFS) und 4.99o am 16., ebenso die an den Aube-Seen: 1.147 am 18.

 


Foto : Jean Pierre Formet

1. Welle (16. bis 26. Februar)

In Folge einer Erwärmung und dem Nachlassen der Ost-Winde be­ginnt der Zug tatsächlich ab dem 16. Februar und wird ohne Un­terbrechung alle Tage bis zum 26. andauern mit quasi täglichen Ankünften und Abflügen. Besonders am 20. sind zahlreiche An­künfte in der Champagne im Bereich der großen Seen zu spüren, ebenso wie am Morgen des 21., wo sich die Ziehenden mit den aus dem Lac du Der startenden Kranichen mischen, wo letztere die Nacht verbracht hatten.

Bei fehlendem starken Wind und mit gün­stigen Bedingungen ziehen die Kraniche im wesentlichen auf ih­rer gewohnten Zugroute über die “Feuchte Champagne“. So sind es am 23. 21.000 im Lac du Der. Dagegen zeigen die 486 im Lac du Temple gezählten Vögel, dass nur wenige in den Aube-Seen Halt machen. Ebenfalls am 23. werden mindestens 3.000 Vögel zwischen 9.3o und 11 Uhr über Charmont (51-Argonnen) gezählt. Andere An­sammlungen von Ziehenden werden übrigens während des gleichen Zeitraumes an anderer Stelle festgestellt, besonders 320 bei Luyères (10) am 22., 1.710 bei Fromy (08) am 23. und mehr als 700 am folgenden Tag im gleichen Departement.

2. Welle  (28. Februar bis 3. März)

Eine zweite Welle zieht dann zwischen dem 28. Februar und dem 3. März. Auch da zentriert sich die Zugachse über der “Feuchten Champagne“. Die Vögel überfliegen hauptsächlich die großen Seen ohne aber gezwungenermaßen zu verweilen. Die anderen Departe­ments stehen nicht nach, besonders die Ardennen.

 3. Welle  (5. bis 11. März)

Eine dritte, noch bedeutendere Welle verläuft im Laufe dieser 7 Tage, besonders am 5. und 6.. Sie berührt die ganze Region, in­begriffen der Süd-Westen des Departement Marne und die Ardennen. Am 9. verbleiben nur noch 2.050 Kraniche im Lac du Der.

Das Ende des Zuges

Ab dem 12. März ist der Zug sozusagen abgeschlossen. Es sind nur noch 1.850 Kraniche im Lac du Der am 13. (ONCFS). Am 26. März sind noch 177 Vögel am Abend auf dem “Vor-Schlafplatz“. Einige vereinzelte Ketten werden ebenfalls noch bis Ende März gesehen, besonders 118 Kraniche (in 4 Ketten) am Morgen des 23. über dem Etang de la Horre (10/52), 35 Zugankömmlinge am Mittag des 25. im Lac du Der und 6 Durchzügler an gleicher Stelle am 26. um 11.05 Uhr. Und schließlich als allerletzte Durchzüge am 4. April 6 Kraniche im Zug bei Bassuet (51), am 13.4. 16 sich hochschraubende Kraniche über Orconte (51) und 1o Rastende nahe Belval-en-Argonne (51).

Die nach diesem Datum beobachteten Vögel betreffen möglicher­weise übersommernde Kraniche, besonders nahe dem Lac du Der.

 

Die Zusammenfassung der Frühjahrsbeobachtungen (15. Januar bis 1. Mai 03) ist nachfolgend dargestellt
(Bestand zusammengefaßt nach Gemeinden).

Die großen Seine-Seen

Geschaffen, um im Winter die verheerenden Hochwasser in der Re­gion Paris zu verhindern und ihr im Sommer Wasser zu liefern, beherbergen die Rückhaltebecken der Marne, Aube und Seine seit ihrer Bespannung eine Menge an Vögeln und besonders zahlreiche Kraniche. Der Lac du Der-Chantecoq ist der Hauptbereich, wo die­se Vögel ihren Zug unterbrechen. In der Tat, 50.000 bis 100.000 Individuen bevölkern ihn während der Zugzeit im Oktober/Novem­ber und im Februar/März gegenüber 8 bis 12.000 im Bereich der Aube-Seen. Die Überwinterung ist regelmäßig und umfasst 15.000 bis 20.000 Kraniche am Lac du Der und 100 bis 300 an den Aube-Seen.

 

 

Kranichbestände im Lac du Der-Chantecoq 2002/2003: festgestelltes Maximum pro Dekade
(Zählungen LPO - franz. Vogelschutzliga - und ONCFS; einige Zahlen sind Schätzungen)

 
     


Kranichbestände im Bereich der Seen des Forêt d’Orient 02/03: festgestellte Maxima pro Dekade (Zählungen LPO)

 
Maßnahmen für Landwirtschaft und Umwelt

Maßnahmen zum Schutz der Kraniche und zur Vorbeugung gegen Schä­den in der Landwirtschaft wurden von der LPO in Abstimmung mit den Landwirten erarbeitet, dank der ab 1993 von Brüssel zugesag­ten Kredite. Die Hauptmaßnahme ist die Erhaltung der Maisstoppeläcker bis 15. Dezember oder 15. März. Die Landwirte, die sich zu solchen Praktiken bereit erklären, erhalten einen finanziellen Ausgleich. Unterm Strich: ungefähr 1.000 ha sind im Bereich des Lac du Der und des Perthois (51/52) von solchen Maßnahmen betroffen und 300 ha im Bereich der großen Aube-Seen und dem Étang de la Horre (10). Die wissenschaftliche Begleitung im Gelände ist in vollem Umfang durch die LPO Champagne-Ardenne si­chergestellt.

 
Wo sind die Kraniche zu sehen?


Foto :
B. Laurent

Seit dem Sturm von 1999 war der Empfang der Öffentlichkeit in der “Ferne aux Grues“ aus Gründen der Sicherheit nicht möglich. Dank der vom “Syndicat du Der“ mit der finanziellen Unterstützung durch die Region Champagne-Ardenne ausgeführten Arbeiten, kann der Beobachtungsturm von jetzt an wieder seine Türen öffnen.
 

Die Besucher werden die Kraniche beobachten können, wie sie in den Feldern und Wiesen nach Nah­rung suchen. Ehrenamtliche der LPO werden sonntags nachmittags von 14 bis 17 h in der Zeit vom 19. Oktober bis zum 30. November 2003 und vom 8. Februar bis zum 7. März 2004, sowie am Dienstag, den 11. November und Samstag, den 15. November 2003 anwesend sein, um Sie zu empfangen und Ihre Fragen zu den sagenhaften Zugvögeln zu beantworten. Wir weisen Sie besonders darauf hin, dass die Kraniche bei ihrem Zwischen­aufenthalt während des Zuges zahlreiche Stunden zur Nahrungssuche benötigen. Es ist notwendig, sie in dieser Zeit in Ruhe zu lassen und folglich sich ihnen nicht auf weniger als 400 m zu nähern (verlassen Sie nicht die Straßen und achten Sie den Pri­vatbesitz und die landwirtschaftlichen Wege).

In Achtung der Belange der Kraniche und um Ihnen gute Beobachtungs-möglichkeiten zu bieten, ermuntern wir Sie dazu, uns in der “Ferme aux Grues“ zu besuchen
Am eindrucksvollsten ist es, dem Erwachen der Kraniche beizuwohnen, die am Morgen den See verlassen, um außerhalb nach Nahrung zu suchen. Der beste Platz befindet sich auf den Dämmen im Westen des Sees. Seien Sie bei gutem Wetter eine Stunde vor Sonnenaufgang an Ort und Stelle; bei bedecktem Himmel genügt eine halbe Stunde.

Samstags und sonntags nachmittags von Oktober bis März empfan­gen Sie Betreuer der LPO am Beginn der 2. Dammstraße zwischen Arrigny und Giffaumont auf der Westseite des Sees. Sie werden Ihnen die Vögel zeigen, die auf den Inseln und Inselchen stehen, um dort die Nacht zu verbringen.

Falls Sie an der Beobachtung der verschiedenen Vogelarten des Lac du Der interessiert sind, schlägt Ihnen die LPO vor, an den Entdeckungstagen teilzunehmen :  journées découverte oder week-ends nature

 

  Ihre Beobachtungen sind ein einfaches Mittel, um den Kranichzug unmittelbar zu verfolgen.
Rufen Sie an unter der Nummer 03 26 72 54 47 (Form)

Text und Karten: Aymeric MIONNET, Emmanuel LE ROY, Nicolas PETITJEAN, Julien SOUFFLOT
Maquette et mise en page : Angélique BOUCLIER
Uberzetzung : P.E. Engel

Hergestellt mit der finanziellen Unterstützung der Direktion des Regionalen Umweltschutzamtes, der Interdepartementalen Institution der Stauseen des Seinebeckens (IIBRBS), des FEDER und des “Lebensfond“, einer internen Gründung der französi­schen Vogelschutzliga (LPO) und ihrer Untergliederungen.

 

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