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Der Ruf der Kraniche
 

Info-schrift über den Zug der Kraniche in der Champagne-Ardenne 2001/2002

 

Die im äußersten Norden der Skandinavischen Länder brütenden Kraniche legen auf der westlichen Zugroute eine Strecke von ungefähr 3 000 km zurück. Die östlichen Routen, die die Vögel bis nach Afrika führen, sind mit 4- 5000 km etwas länger. Der Zugvogel führt zwei große Reisen durch, die eine vor der Brutzeit im Frühling, die andere nach der Brutzeit im Herbst. Diese letztere beginnt vor dem Zug mit der Sammlung der Vögel nahe den Brutgebieten. Es sind die Brutpaare und ihre Jungen, aber auch zwei-, drei- und gelegentlich auch vierjährige Jungvögel, die sich noch nicht verpaart oder von der Familie gelöst haben. Es beginnt dann etappenweise ein langsamer Zug zu den Sammelplätzen, die mehrere tausend, ja zehntausende Vögel aufnehmen.
« La route des Grues » de A.J. et B. BERTRAND / Editions Terran

Im Herbst 2000 hatten sich am Lac du Der fast 80.000 Kraniche zusammengefunden und haben So vorübergehend von diesem Gebiet den wichtigsten Rastplatz in Europa gemacht. Der Herbst 2001 war mehr klassisch mit kaum über 20.000 Kranichen. Trotz allem wurde ein neuer Rekord gebrochen, was (dieses Mal) die Überwinterung betrifft. Diese Zusammenfassung lädt Sie dazu ein, den Ablauf der Saison 2001/2002 zu erleben.
Sie konnte erstellt werden dank der von 109 Personen Übermittelten 671 Beobachtungen. Wir bedanken uns bei diesen vielmals und ermuntern sie, in dieser Saison weiterzumachen.

 Photo Jean Pierre Formet
Foto : Jean Pierre Formet

Herbstzug 2001

Die ersten 5 Kraniche (darunter bereits eine Familie mit zwei Jungvögeln)wurden am Lac du Der am 25. Juli beobachtet. Die Zahlen steigen am 31. August auf 14. Anfang September ist merkwÜrdigerweise einer der Jungen verschwunden. Am 22. werden nur 15 Kraniche im Gebiet festgestellt. Am 21, August sind 11 ziehende Vögel bei Dampierre (52) festgestellt worden. Am 27. September wird eine ziehende Gruppe von 21 Vögeln bei Vitry-le-François (51) gemeldet.

Die ersten 14 Tage im Oktober sind sehr ruhig mit nur 6 Meldungen. Es wird dennoch sozusagen täglich ein Zuzug am Der festgestellt. 19 am 7., 32 am 8. und 41 am 11. Am 15. Oktober erreichen 300 Kraniche, die zuvor in Deutschland beobachtet wurden, den Lac du Der, obwohl das Wetter wenig günstig erscheint für bedeutende Zugbewegungen. Ab diesem Tag folgen die Flüge unterdessen täglich. Am Abend des 17. sind 450 Kraniche auf dem Schlafplatz des Lac du Temple und am nächsten Morgen 2.400 auf dem am Lac du Der. Neuer Zuzug läßt den Bestand am 19. auf 700 und 4.000 anschwellen.

Der Hauptzuzug des Oktobers wurde am Samstag, dem 20. , angekündigt mit der Beobachtung von 12.000 Kranichen auf dem Zug in Deutschland (Hessen). Es wird in der folgenden Nacht und am 21. den ganzen Tag über zum herausragendsten Überflug der Region. Viele Vögel landen im Bereich der großen Seen der Champagne, wie die Zählungen bei Sonnenaufgang an den Schlafplätzen bescheinigen: 15.610 am Der und 2.614 am Lac du Temple am 27.

Photo : Jean Pierre Formet
Foto : Daniel Doiselet

In der Folge ist es hauptsächlich der Wegzug aus der Champagne und besonders vom Lac du Der: 2.100 am 28.10., 8.650 am 29.10., 3.750 am 1.11. und 1.400 am 2.11. (diese Zahlen stammen aus dem Dep. Nievre). Am Morgen des 3. sind nur noch 2.580 Vögel da.
Vom 24. Oktober bis zum 3. November ist gleichzeitig ein geringer Zuzug: mindestens 1.210 Kraniche überqueren Frankreich mit gelegentlichen Zwischenlandungen besonders am 28. am Lac du Der.

Ein regelmäßiger und bedeutender Überflug entsteht dann bis zum 9. November, der außer im Dep. Haute-Marne in der Champagne nur wenig wahrgenommen wird. Der Hauptteil der Vögel zieht mehr im Osten (nahe 5.000 in Elsaß-Lothringen am 6.).

Seit dem 3.11. sind keine genauen Zählungen am Lac du Der, trotzdem kann man bedeutenden Zuzug feststellen, denn am Morgen des 9. kann man den Bestand am Der auf 10.000 Kraniche schätzen. Diese Veränderungen betreffen also mindestens 14.130 Kraniche.

Die Spitze des Herbstzuges entwickelt sich ab dem 9.11. im Anschluß an einen Kälteeinbruch: 36.000 Kraniche in Deutschland beobachtet! Diese Welle wird in der Region nur wenig bemerkt, die günstigen Wetterbedingungen (Rückenwind) veranlassen die ziehenden Vögel ihre Reise fortzusetzen.
Einige verweilen indessen für eine Nacht an den großen Seen.
Am Der lösen sich am 10.11. die Landungen und Starts ab. Soschätzt man die Zahl der Ziehenden an diesem Morgen auf 15.000, 5.100 entschließen sich, gegen Süden zu starten, während zahlreiche Wellen (mehrere tausend Vögel) aus dem hohen Norden während des Tages eintreffen.
Der Durchzug, weniger stark und meistens in der Nacht, setzt sich fast bis zum 15.11. fort und ruft einen Anteil von Landungen hervor: 11.890 gezählte Vögel am Der und 1.200 bis 1.600 am Lac du Temple am Morgen des 11.11.
Dann scheint der Zug aufzuhören, während die Kraniche bereits ihr Winterquartier beziehen. Man zählt ihrer 20.884 am Der am 15.11. (Angabe ONCFS), von denen mindestens 370 scheinbar im Laufe des Tages wieder wegfliegen.
Die schweren Wetterbedingungen (Nebel oder Regen) verhinderten in der Folge verläßliche Zählungen an den Seen der Champagne.
Am 7.12. sind 385 Kraniche am Schlafplatz des Lac du Temple und 16.060 an dem des Der am Morgen des 13.

Diese Zeit der Ruhe setzt sich fort bis zu dem Einbruch einer Kältewelle mit starkem Frost zu Beginn der zweiten Dekade des Dezember, die eine Flucht gegen Süden der letzten deutschen Kraniche hervorruft: 1.025 am 13.12. in Hessen beobachtet und mehr als 700 am frühen Abend des gleichen Tages in den Argonnen.

Mehrere tausend Vögel erhöhen also den derzeitigen Bestand am Lac du Der.
   

 

Die Zusammenfassung der Beobachtungen nach der Brutzeit (25.7.01 - 13.1.02) ist in der unten folgenden Karte dargestellt (Bestand nach Gemeinden zusammengefaßt).

 

Überwinterung

Dieses Jahr ist eine Rekordüberwinterung in der Champagne-Ardenne mit ungefähr 19.620 Kranichen Mitte Januar an den zwei regelmäßigen Plätzen festgestellt worden. An vorderster Stelle der Lac du Der mit 19.320 Vögeln am 13.1.02 (gegenüber 14.020 im Januar 2001). 

Die Kältewelle hat also die Kraniche nicht von ihrem Platz vertrieben, ja im Gegenteil, die letzten rastenden Kraniche aus Deutschland und Lothringen sind gekommen, um den seit einem Monat vorhandenen Bestand bei uns noch zu erhöhen (16.000 Mitte Dezember).

Kein Schnee und der ungewöhnliche Reichtum an abgeernteten Maisäckern zu dieser Jahreszeit haben es den Kranichen erlaubt, die Kältewelle ohne Schwierigkeiten zu überstehen.

Am Lac du Temple in der Aube bleibt auch ein örtlich bedeutender Bestand, wenn auch bescheiden im Vergleich zum Der. Ungefähr 300 Kraniche haben hier überwintert, was viel ist, aber weniger als im letzten Jahr (Rekord mit 523 im Januar 2001).

< = Foto : Jean Pierre Formet

 

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