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Der Ruf der Kraniche

Info-schrift über den Zug der Kraniche in der Champagne-Ardenne
 
2002/2003


Zeichnen : P. Déom
(La Hulotte N°57)

Im Oktober 2000 hatten sich im Lac du Der 80 000 Kraniche versammelt und machten so pünktlich aus diesem Ort den wichtigsten Rastplatz Europas
Im Herbst 2002 war dieser Platz nochmals ein außergewöhnlicher Rastplatz, ohne jedoch den Rekord von 2000 zu erreichen. Im Ge­gensatz dazu ist die Überwinterung zum 1. Mal seit Januar 1997 rückläufig, zweifellos wegen der langen Frostperiode. Trotzdem blieb sie auf einem sehr bedeutenden Stand. Diese Zusammenfas­sung läd Sie dazu ein, den Ablauf der Saison 2002/2003 zu ent­decken. Sie wurde zusammengestellt dank der von ca. 100 Perso­nen übermittelten Beobachtungen. Wir bedanken uns ganz besonders bei der Vereinigung “ReNArd“ für die Überlassung eines großen Teiles der Beobachtungen in den Ardennen.


Foto : Jean Pierre Formet
 

Herbstzug 2002

Die beiden ersten Kraniche kommen Ende Juni am Lac du Der-Chantecoq (51, Marne) an. Diese außergewöhnlich frühe Ankunft ist zurückzuführen auf den, mangels der Frühjahrsniederschläge, sehr niedrigen Wasserstand des Sees. In der Folge werden am 16. Juli 4 und am 1. August 6 Kraniche festgestellt. Die zählen zu den wenigen, die im Umfeld des Sees übersommern. Die beiden er­sten ziehenden Kraniche wurden ebenfalls zu einem extrem frühen Datum beobachtet, nämlich am 4. August bei Donjeux (52, Haute-Marne). Im Lac du Der wurde die erste Familie mit zwei Jungvögeln am 8. August beobachtet (unter 11 an diesem Tag anwesenden Kranichen). Die Ankünfte sind aber unbedeutend, so sind es 12 Vögel am 10. und 17 am 11. August. Im September bleibt der Zug sehr bescheiden. Nur zwei Ketten ziehender Kraniche werden be­obachtet: 19 am 9. bei Gué-d‘Hossus (08, Ardennen) und 1o am 12. bei Prez-sous -Lafauche (52). Die Zahlen am Der nehmen dahingegen etwas zu von 33 am 13. auf 148 am 29. September. Der Anfang Oktober ist ebenfalls sehr ruhig. Es sind 172 Kraniche am Der am 4. und 174 am 6.

1. Welle (8. — 13. Oktober)


Foto : Jean Pierre Formet

Die Vorboten dieser Welle spürt man ab dem 8. Oktober, aber es ist der 10., als ein Großteil der Gruppe Deutschland verlässt, wo 14.400 Kraniche besonders in Hessen gezählt werden. Diese Vö­gel treffen in unserer Region ab 19 Uhr ein. Der Zuzug dauert bis zum 11. nach Mitternacht. Es handelt sich um das früheste jemals bis heute festgestellte Datum. Die Zugwelle dauert bis zum 13. und wird mindestens 30.000 Kraniche umfasst haben. .

In unserer Region fliegen die Vögel im wesentlichen auf der klassischen Achse der großen Seen der “Feuchten Champagne“. Viele rasten hauptsächlich im Lac du Der. So wurden dort am Morgen des 15. 21.865 Vögel gezählt (Zählung ONCFS - Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage). Andere werden sonstwo beobachtet, wie z.B. 7 Ketten in den Ardennen am 12

Bescheidenere Zugbewegungen

In der Folge, verursacht durch das ungünstige Wetter, keine be­deutenden Zugbewegungen, wären nicht einige Neuzugänge aus Deutschland zwischen dem 18. und 21. Oktober und Abflüge vom Lac du Der, die hauptsächlich über den Seen im Departement Aube beobachtet werden (2.500 bis 3.000 am 20.). Am 22. werden 158 Kraniche am Schlafplatz im Lac du Temple (10, Aube) gezählt. In der Tat war der Wegzug sehr bedeutend, aber wenig bemerkt, denn es sind am Morgen des 27. nur noch 16.240 Kraniche im Lac du Der. Einige werden außerhalb dieser traditionellen Achse beobachtet, wie die zwei Ketten am 24. in den Ardennen.

2. Welle (28. Oktober bis 12. November)

Der Beginn dieser großen Welle wird ab dem 28. Oktober in der Region festgestellt (400 bei Étrepy (51) um 11.20 Uhr) und am 29. mit 3.Soo ziehenden Kranichen in Deutschland (Hessen). In der Folge zwingt das ungünstige Wetter die Vögel, in Etappen weiterzuziehen und so notiert man in Hessen ein zuvor nie festgestelltes Rasten (max. 40.000 am Abend des 7. November). Zur gleichen Zeit folgen sich die Ankünfte in der Champagne und die Weiterflüge sind gleich Null. Die Zahlen an den großen Seen steigen so anfangs allmählich (1.912 Kraniche im Lac du Temple am 3o. Oktober und l4.440 im Lac du Der am 3. November), dann folgen zwei große Zuzüge am 6. und 7. November und vom 9. bis zum 12. November. Im wesentlichen sind es Vögel, die in Süd-West-Deutschland gerastet hatten. Sie verursachen bemerkenswer­te Überflüge: in St. Dizier (52) nahe 900 am 7. und ungefähr 400 am 9. November. Die Zahlen schwellen vergleichsweise an wie im Herbst 2000. Am 7. werden 2.358 Kraniche beim Verlassen des Schlafplatzes der Aube-Seen gezählt und 30.000 bis 35.000 sind gewiss im Lac du Der und dessen Umfeld vorhanden. Am 8. werden noch 26.000 Kraniche in Hessen beobachtet und mehr als 2o.00o ziehende Kraniche erreichen den Lac du Der am 12. zwischen 16.3o und l7.3o Uhr. So werden am Morgen des 13. November vom ONCFS 63.218 Kraniche beim Verlassen des Schlafplatzes gezählt, eine beeindruckende Zahl, sehr nahe dem Maximum vom Herbst 2000 (72.760 am 26. Nov.). Die Aube-Seen stehen auch nicht zurück mit 3.650 gezählten Vögeln am 12. und 5.547 am Morgen des 16. Insgesamt wird es sich in diesen zwei verrücktem Wochen zwei­fellos um mindestens 70.000 Kraniche gehandelt haben.

Schließlich die Abflüge!

Am 17. November entspannt sich das Wetter und zahlreiche Vögel starten zum Weiterzug Richtung Süd—West. So werden am Morgen 6.665 Vögel im Departement Aube gezählt, aber in Anbetracht der weiter im Süden von Frankreich beobachteten Mengen sind es mehr als l2.000 Kraniche, die an diesem Tag unsere Region verlassen haben. Am 18. werden weitere Abflüge festgestellt (mehr als 7.000 Kraniche). Ein Teil dieser Vögel verweilt wahrscheinlich in den Aube-Seen, denn am Morgen des 19. werden dort 7.400 Vö­gel im Nebel gezählt, was sicherlich einem tatsächlichen Be­stand von 8-9.000 Kranichen entspricht.

3. Welle (15. bis 28. November)

Zeitgleich mit dem stattfindenden Wegzug erscheint ab 15. Novem­ber eine 3. Welle an unserem Himmel. In der Tat ist es haupt­sächlich vom 19. zum 21. November, dass die Zuzüge am besten ge­spürt werden mit mehr als 15.000 aus Deutschland ankommenden Vö­geln. So haben sich am 2o. 10.000 Kraniche zur Nahrungsaufnahme in der Region von Perthois (51/52) niedergelassen. Andere werden ebenfalls aus der Haute-Marne gemeldet, wo 834 ziehende Kraniche an einer einzigen Stelle zwischen l3.3o und 15 Uhr gezählt wer­den. Zur gleichen Zeit verlassen zahlreiche Vögel den Lac du Der und werden ziehend über den Aube-Seen beobachtet. Am 23. verlas­sen etwa 4.000 Kraniche die Champagne, im wesentlichen übrigens den Lac du Der und werden hauptsächlich über den Aube-Seen beob­achtet, wie es die 500 Vögel bestätigen, die im Vormittag Sainte- Savine (10) überfliegen. So sind am Morgen des 24. im Lac du Der nur noch 43.330 Kraniche, einziger Beweis des starken Wegzugs, der während der Woche stattgefunden hat. Am Morgen des 26. wer­den 10.130 Kraniche beim Verlassen der Schlafplätze in den Aube-Seen gezählt, vielleicht ebenfalls ein Zeichen für eine Verlage­rung der Vögel vom Lac du Der in Richtung Süd-West.

Ende des Durchzuges

Am 3. Dezember sind noch 7.888 Kraniche im Departement Aube. Am 6. Dezember legt sich eine Kältewelle über Nord-Ost-Frankreich und die Bewegungen der Kraniche betreffen im wesentlichen Abflü­ge vom Der und in geringerem Maße vom Lac du Temple. So sind es 8.000 Kraniche, die am frühen Morgen bei Chaource (10) beobach­tet werden. Übrigens sind am Morgen des 15. nur noch 21.420 am Lac du Der. Die Ankünfte aus Deutschland sind weniger zahlreich, aber umfassen zweifellos mindestens 6.000 Kraniche vom 6. bis 9. Am 19. werden weitere Abflüge vom Lac du Der über den Aube-Seen beobachtet, an denen nur noch 640 Vögel am 2o. verblieben sind. In der Folge (22. Dezember bis 1o. Januar) sieht man an einigen Tagen hier oder dort ein paar Kraniche ziehen, die der Kälte ausweichen; die Zugbewegungen sind aber unbedeutend.

Die Zusammenfassung der Beobachtungen nach der Brutzeit (15.7.02 - 15.1.03) ist in der unten folgenden Karte dargestellt (Bestand nach Gemeinden zusammengefaßt).

 

 

 

Überwinterung

Nach dem Rekord des letzten Jahres (19.620 Vögel) nimmt in die­sem Jahr, sei es durch den Frost, die Zahl der Überwinterer ab, was seit 1997 nicht vorkam. Sie erreicht trotzdem Mitte Januar 16.o85 festgestellte Kraniche an den beiden gewohnten Plätzen. So waren am 14. Januar im Lac du Der-Chantecoq (51/52) l5.720 Kraniche (Zählung ONCFS) und 365 am 10. Januar im Lac du Temple. Im Lac du Der sind die Zahlen niedriger als im letzten Jahr, während im Lac du Temple die Überwinterung zunimmt, ohne den Rekord vom Januar 2001 zu erreichen. Die Zahl ist um so wichti­ger als die Bedingungen der Überwinterung trotzdem sehr streng waren, bei Berücksichtigung der langen Kälteperiode und dem Vor­handensein von etwas Schnee Anfang Januar.


Foto : Jean Pierre Formet

 

 

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